Thailand II

2. Etappe: Chiang Mai nach Chiang Khong

28.02.2016 - 05.03.2016

Unser Aufenthalt in Chiang Mai dauerte dann doch etwas länger als geplant, da noch einiges organisiert werden musste, was vor der Abreise auf der Strecke blieb. Als grosses Highlight haben wir von dort aus ein kleines Elefanten-Camp besucht. Diese Tiere sind schon sehr imposant und die Gelegenheit, ihnen so nahe zu kommen, verschaffte uns ein unvergessliches Erlebnis. Wir erhielten eine Einführung in die Kommandos der Mahuts, konnten die Elefanten füttern, ohne Sattel auf ihnen reiten und schliesslich noch mit ihnen baden; respektive fassten wir die Aufgabe die Dickhäuter in einem Tümpel zu waschen. Das Camp haben wir auf Empfehlung der deutschen Besitzerin unseres Gasthauses und ihres thailändischen Ehemanns ausgewählt. Dies war sehr hilfreich, da Internetberichten zufolge der tiergerechten Haltung leider nicht in allen Camps so Rechnung getragen wird wie in diesem.

Reiten auf Elefant „Mr. Pongsip“
Reiten auf Elefant „Mr. Pongsip“

Der Start in Richtung laotische Grenze verlief etwas harzig. Einerseits war die Gegend da zunehmend hügelig und sodass wir täglich mehrere hundert Höhenmeter bewältigen mussten. Andererseits hatten wir während je einem Tag mit grösseren Verdauungsproblemen zu kämpfen. An ein Vorwärtskommen im bisherigen Tempo war deshalb natürlich nicht mehr zu denken. Die Landschaft nördlich von Chiang Mai war aber ausgesprochen eindrücklich. Wir fuhren durch sehr ländliche, verkehrsarme Gegenden und fanden einige wunderschöne Zeltplätze. Im Gegensatz zum ersten Streckenteil von Bangkok bis Chiang Mai hat sich nun auch das Klima etwas verändert. Die Tagestemperatur stieg hier kaum mehr über 40°C und in der Nacht kühlte es auf unter 20°C ab. So packten wir zum ersten Mal unsere Schlafsäcke aus. Am Morgen gab es dann jeweils leichte Nebelschwaden, was dazu führte, dass alles ziemlich feucht wurde. Dieses Problem lösen wir jeweils so, dass wir alle nassen Kleider auf die Taschen spannen. Zwar verleiht uns dies das Aussehen von velofahrenden Lumpensammlern, dafür können unsere Kleider in der Sonne und im Fahrtwind trocknen. Die nächste grössere Stadt auf dem Weg nach Laos war Chiang Rai. Da blieben wir aber nur einen knappen Tag und besichtigten dabei den berühmten weissen Tempel.

Der weisse Tempel in Chiang Rai
Der weisse Tempel in Chiang Rai

Von dort aus bis zur laotischen Grenze stand uns noch etwas mehr als eine Tagesetappe bevor. Da es in Laos dann gleich mit einem Mekongboot weitergehen sollte, wollten wir am nächsten Morgen schon früh am Hafen sein. Uns wurde nämlich gesagt, dass die Boote jeweils morgens starten. Also stellten wir am besagten Tag den Wecker schon auf 04:30 Uhr und schafften es dann wirklich noch vor Tagesanbruch loszufahren. Die Grenze wollten wir direkt nach Öffnung des Zollbetriebs um 8 Uhr passieren und dann gleich ein Bootsticket nach Luang Prabang organisieren. Doch eben, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die Strecke bis zur Grenze war nicht vorwiegend flach, wie die Karte vermuten liess, sondern voller fieser, steiler Anstiege. Immerhin wurden wir dadurch immer wieder mit schönen Aussichten auf die Mekongebene im Morgenlicht belohnt.

Morgensonne über Laos
Morgensonne über Laos

Als wir die Grenze endlich erreicht hatten, war da natürlich schon reger Betrieb und so mussten wir uns hinter ganzer Busladungen von Rucksacktouristen anstellen. Die Einreise nach Laos hat aber problemlos geklappt. Als Schweizer braucht man mittlerweile nicht mal mehr ein Visum und erhält kostenfrei zwei Wochen Aufenthalt. Die „Friendship“-Brücke durften wir jedoch nicht mit den Velos überqueren, sondern mussten für die paar hundert Meter in einen Bus steigen. Nachdem wir noch laotische Kip abgehoben haben, was sich fast als die grösste Herausforderung des Tages herausstellte, schafften wir es deutlich später als geplant zum kleinen Hafen in der unspektakulären, langweiligen Grenzstadt.

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