Thailand III

4. Etappe: Vientiane nach Bangkok

16.03. – 24.03.2016 und 04.04. – 08.04.2016

Direkt nach der Einreise nach Thailand haben wir einen kurzen Zwischenstopp in der Provinzstadt Udon Thani eingelegt. Daraufhin sind wir die 600 verbleibenden Kilometer bis Bangkok innerhalb von fünf Tagen am Stück abgefahren. Dies war zwar recht anstrengend und da wir teilweise auf grossen Strassen und Autobahnen unterwegs waren, manchmal auch etwas mühsam, gleichzeitig hat es aber auch Spass gemacht, mal etwas länger im Sattel zu sitzen und so trotz anhaltendem Gegenwind und heissen Temperaturen neue Kilometer-Rekorde aufzustellen. Ausserdem kamen wir auf den Hauptstrassen immer wieder an Cafés und Supermärkten vorbei, was das Reisen und dabei besonders das Verpflegen sehr angenehm gestaltete. Ausserdem haben wir auf diesen eher starkbefahrenen Routen auch viele Leute getroffen und so beeindruckende Erfahrungen bezüglich der thailändischer Gastfreundschaft gemacht. Einmal ist uns ein Mofafahrer gefolgt, um uns zwei gekühlte Wasserflaschen zu schenken. Ein anderes Mal haben wir einen Bund Bananen gekriegt. An den letzten beiden Abenden vor Bangkok wurden wir gar zweimal zum Übernachten eingeladen. So haben wir einmal im Garten einer Bauernfamilie und das zweite Mal in einem im Bau stehenden Gasthaus schlafen dürfen. Dabei sind trotz einiger Sprachbarrieren spannende Gespräche mit den Gastgebern entstanden.

 

Aussicht aus unserem Zimmer im noch unbewohnten Gasthaus
Aussicht aus unserem Zimmer im noch unbewohnten Gasthaus

Bevor wir unser letztes Ziel in Südostasien erreichen konnten, mussten wir uns zuerst noch dem Verkehr in Thailands Hauptstadt stellen. Und dieser war wirklich eine Herausforderung. Schon dreissig Kilometer vor dem eigentlichen Stadtzentrum begannen die Strassen breiter zu werden und der Verkehr verdichtete sich rasch. Statt den ein bis zwei Spuren mussten wir uns plötzlich mit doppelt bis dreifach so vielen herumschlagen. Darauf fuhren jede Menge Lastwagen, Tuk Tuks, Pick-ups, Mofas, Busse und Taxis. Zuerst haben wir uns anständig und vorsichtig verhalten, nicht überholt und immer brav gewartet. Nachdem wir in der ersten halben Stunde aber kaum einen Kilometer vorwärtsgekommen sind, mussten wir etwas umdenken und uns dem lokalen Verkehr anpassen. Dies bedeutete: Wann immer möglich überholen, sich zwischen den Kolonnen durchschlängeln, bei Bedarf aufs Trottoir wechseln, bei Rotlichter vielleicht mal beide Augen zudrücken und immer wieder kräftig hupen respektive in unserem Fall brüllen. So hat sich zusammen mit unserem Herzschlag unser Vorwärtskommen dann etwas verschnellert und wir erreichten das Gasthaus "Granny Bike.Bed" noch bei Tageslicht.

 

Der Verkehr verdichtete sich schon früh vor dem Zentrum Bangkoks
Der Verkehr verdichtete sich schon früh vor dem Zentrum Bangkoks

Das "Granny Bike Bed" ist eine Mischung aus Gasthaus und Gastfamilie, die Küche und die Stube teilt man sich nämlich mit den Besitzern. Ausserdem ist es, wie es der Name schon sagt, auf Radfahrer ausgerichtet. Das Besitzerpärchen führt selber noch einen Veloladen, bei welchem wir direkt Kartonboxen fürs Flugzeug bestellen konnten. Ausserdem konnten wir Bekanntschaften mit einigen Langzeit-Fahrradreisenden machen. Mit diesen verbrachten wir gemütliche Stunden auf Spaziergängen durch die Stadt und beim Essen in Garküchen in den Strassen oder in der gemeinsamen Küche. Mit ihnen konnten wir uns super über die unterschiedlichen Reiseerfahrungen unterhalten und bekamen auch noch einige wertvolle Tipps für unsere Weiterreise.

 

Weiter haben wir in Bangkok Chulita getroffen, eine thailändische Freundin, die Michi noch von seiner letzten Veloreise kennt. Sie hat uns in verschiedene Stadtteile geführt und uns ihre Universität gezeigt. Bei einem zweiten Treffen sind wir zusammen zum Abendessen und ins Kino gegangen. Sie konnte uns somit das Leben in Bangkok aus der Sicht einer Gleichaltrigen etwas näherbringen, was erneut sehr spannend war. Im Kino war beeindruckend, dass sich vor dem eigentlichen Spielfilm alle zu einem etwa dreiminütigen Video erheben mussten, das den König würdigte. – Wir werden also schon sehr gespannt mitverfolgen, wie sich Thailand in den nächsten Jahren verändert, wenn der geliebte "Dad" das Zeitliche segnet; ob der unbeliebte Sohn die Monarchie tatsächlich übernimmt und das Militär die Macht zurück an die ordentliche Politik gibt. Uns nimmt es auch wunder, was dann mit den hunderttausenden Fotos, Plakaten und Gemälden des Königs in ganz Thailand passiert. – In Bangkok haben wir natürlich noch den berühmten liegenden Buddha besucht und den prunkvollen Königspalast besichtigt. Selbstverständlich liessen wir auch die berühmt-berüchtigte Khao San Road nicht aus. Einen gefälschten Ausweis haben wir uns da jedoch nicht machen lassen und auch die gebratenen Skorpione konnten uns nicht überzeugen.

 

Mit Chulita vor dem Königspalast im Zentrum Bangkoks
Mit Chulita vor dem Königspalast im Zentrum Bangkoks
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