New York

Transit: New York

23.04.2016 – 27.04.2016

"The glamour of it all! New York! America!" (Charlie Chaplin)

 

Da der günstigste Flug von Asien nach Südamerika über New York führte, entschlossen wir uns, die Chance zu packen und in der Weltmetropole nicht nur ein paar Stunden, sondern gleich ein paar Tage zu verbringen. Das Empire State Building, der Central Park, die Freiheitsstatue, die Brooklyn Bridge und was alles dazugehört, haben wir beide noch nie in echt gesehen und dies schien uns die ideale Gelegenheit. Kaum sassen wir nach einem langwierigen Einreiseprozedere inklusive Deponieren der Velos bei der Gepäckaufbewahrung im Taxi, tauchten sie auch schon auf: Diese ganzen bekannten Gebäude, die man auf Fotos und in Filmen doch schon so oft gesehen hat.

 

Die berühmte Skyline Manhattans
Die berühmte Skyline Manhattans

Unser Hotel war super gelegen, sodass wir uns am ersten Tag sogleich zu Fuss zum berühmten Broadway und dann weiter zum Central Park aufmachten. Da gerade Sonntag war, und erst noch einer der sonnigen Sorte, gab es im Central Park mächtig was zu sehen! Jogger, Skater, Beachvolleyball, Familien beim Picknick, Kutschen, Basketball, Tennis – im Central Park hat es einfach Platz für alles. Den Park sind wir in seiner gesamten Länge hin- und zurück abgelaufen, so gut hat uns das bunte Treiben gefallen. Am selben Abend noch stand das nächste Highlight bevor: das Empire State Building. Glücklicherweise hatten wir unsere Tickets schon am Vorabend online gekauft. Damit konnten wir zügig an der endlosen Schlange vor den Ticketschaltern vorbeigehen. Die Sicht auf das nächtliche Manhattan vom höchsten Gebäude aus war seinen Preis wert, der Spass ist nämlich nicht ganz billig. Doch das Beobachten des Verkehrs und das Überblicken der beleuchteten Stadtviertel aus der Vogelperspektive war wirklich etwas Besonderes. Glücklicherweise war auch die Sicht klar, sodass wir weit in die Ferne blicken konnten. Danach ging es aber schnurstracks ins Hotel zurück, denn nach einem fast 14-stündigen Flug und einer Zeitverschiebung von 11h waren wir mehr als müde.

 

Mit neuer Energie wollten wir uns am zweiten Tag zu allererst die Freiheitsstatue vornehmen. Dazu gingen wir an Bord der kostenlosen Staten Island-Fähre, von der aus man einen hervorragenden Blick auf die Liberty-Insel hat. Obwohl wir vom Hörensagen wussten, dass Lady Liberty im Gegensatz zur New York Skyline eher klein scheint, waren wir von deren Grösse dann doch überrascht. Sie schien uns beinahe ein bisschen mickrig und wir konnten uns fast nicht vorstellen, dass sie einst die vielen Auswanderer majestätisch begrüsste und für den Anfang eines neuen, besseren Lebens stand.

 

In der Nähe des Hafens haben wir daraufhin – ob ihr es glaubt oder nicht – ein Velo gemietet. Es schien uns der beste Weg, die Brooklyn Bridge und das dahinterliegende, gleichnamige Quartier zu erkunden. Und tja, unsere Velos waren eben am Flughafen. Der Plan ist aufgegangen; so konnten wir auch vom Stadtteil Brooklyn noch einen Eindruck gewinnen. Leider haben wir uns dabei in der Zeit etwas vertan. Die Fahrräder sollten nämlich nach einer Stunde wieder retourniert werden und so mussten wir die Rückfahrt im Rekordtempo à la Hetzjagd zurücklegen. Wir haben es aber just geschafft. Trainierte Waden sind eben immer wieder von Vorteil. Nach einer kurzen Verschnaufpause in einem der vielen Starbucks-Cafés haben wir uns dann die Wall Street und China Town etwas näher angesehen. Im angrenzenden Little Italy gönnten wir uns in einem italienischen Restaurant wiedermal ein Glas guten Wein und eine Pizza.

 

Mit den Mietvelos auf der Brooklyn-Brücke
Mit den Mietvelos auf der Brooklyn-Brücke

Den letzten Tag haben wir dem Herumschlendern und Shopping gewidmet. Letzteres ist auf dieser Reise immer sehr einfach: Man geht in verlockende Läden rein, schaut sich um, probiert vielleicht etwas an und geht dann wieder raus. Etwas zu kaufen liegt gewichts- und platztechnisch leider nur höchst selten drin. Deswegen lassen wir uns einfach inspirieren und haben so schon zig Ideen, was wir zu Hause alles kaufen werden. Am späteren Nachmittag besuchten wir das 9/11-Memorial am Ground Zero. Im dazugehörigen Museum werden die Geschehnisse des 11. Septembers 2001 auf eindrucksvolle Weise aufgerollt und man kriegt verschiedenste Original-Relikte zu sehen. Ebenso werden Hintergrundinformationen zu Opfern, Helfern und Angehörigen präsentiert. Dies erfolgte über verschiedenste mediale Kanäle wie Tonaufnahmen, Filmdokumente, Bilder und Schriften. Das Museum gefiel uns sehr gut, zugleich kam aber auch eine Wut auf die Terroristen auf. Natürlich mussten wir uns dabei immer vor Augen halten, welche Seite die Gedenkstätte kreiert hat.

 

Einer der zwei Pools am Ground Zero, rechts das 9/11-Museum
Einer der zwei Pools am Ground Zero, rechts das 9/11-Museum

Später beim Packen im Hotel hat Miriam zufällig den Flugstatus des Weiterflugs nach Quito überprüft. Der grosse Schock: Den Flug gab es so nicht mehr. Die Verbindung mit unserer Flugnummer ging nach Guayaquil, nicht nach Quito. Ein verzweifelter Anruf auf die Notfallnummer der Buchungsagentur gegen Mitternacht sollte Klarheit verschaffen. Blöd blieb unser Anruf auch nach langem Klingeln unbeantwortet. Als nächstes wandten wir uns direkt an die Fluggesellschaft. Diese klärten uns dann auf: Die Verbindung wurde zwar geändert, aber uns werde automatisch ein Anschlussflug in Guayaquil zur Verfügung gestellt.

  

Am nächsten Morgen am Check-in hatten wir die Aufregung schon fast verdaut, als das nächste Problem auftrat: Wir durften nicht einchecken, weil wir keinen Flug aus Ecuador heraus vorweisen konnten. Da dies gemäss den Beamten ein Immigrationsgesetz in Ecuador sei, nützten all unsere Erklärungen über unser Vorhaben, die Grenze mit dem Velo zu passieren, nichts. Es blieb uns also tatsächlich nichts anderes übrig, als einen Flug aus Ecuador heraus zu buchen. In der halben Stunde Gratis-Internet, das einem am dortigen Flughafen zur Verfügung steht, war dies ein echter Geschwindigkeitsrekord. Beim nächsten Check-in-Versuch wurden wir aber trotzdem wieder aufgehalten. Mit unserem Gepäck könnten wir nie und nimmer fliegen, hiess es. Das Problem war, dass wir die einzelnen Fahrradtaschen wie bei den vergangenen Flügen zusammengebunden hatten. Dies liess uns die Anzahl der Gepäckstücke reduzieren. In den USA darf man die Taschen so allerdings nicht aufgeben. Wir haben echt alles probiert: lachen, weinen, verärgert sein, Witze machen... Die Damen und Herren am Check-in blieben hart und wir mussten die Gepäckstücke auseinanderschneiden. Das war der Punkt, als wir wirklich wackelige Knie kriegten. Pro zusätzlich eingechecktes Gepäckstück müsste man laut Internet nämlich 150 USD bezahlen. Und wir hatten schlussendlich sechs einzelne kleine Gepäckstücke plus zwei Velos. Zu unserer Verblüffung liess die Dame am Schalter dann aber doch noch Gnade walten und verrechnete uns nur 150 USD für das gesamte Zusatzgepäck inklusive Velos. Obwohl es uns gerade noch auf den Flug gereicht hat, ist die Geschichte hier noch nicht ganz zu Ende. In Guayaquil angekommen, haben wir vorsorglich noch einen Blick auf das Gepäckband geworfen. Und siehe da: Unsere Velotaschen plus Fahrradkartons kamen daher gefahren! Sie wurden nicht wie angekündigt bis direkt zum Zielflughafen gesendet. Glücklicherweise konnten wir sie aber unmittelbar nach dem Zoll wieder abgeben und mussten nicht nochmals durch das ganze Check-in-Prozedere. Von da an verlief dann jedoch alles glimpflich und wir landeten mitsamt Gepäck und Velos sicher in Quito.

 

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